Entwicklung der Seenotrettung im Mittelmeer

03.Oktober: Bootsunglück vor Lampedusa mit mindestens 366 Toten

18.10.13: Start Operation Mare Nostrum, der italienischen Marine- und Küstenwache zur Seenotrettung von Migranten und Flüchtlingen. Bis Oktober 2014 werden ca. 150.000 Menschen gerettet

Ab November 2014 wird Mare Nostrum durch Triton der europäischen Grenzschutzagentur Frontex ersetzt. Die Aufgaben liegen im Grenzschutz weniger in der Rettung von Menschen mit dem Resultat, dass immer mehr Menschen ertrinken.

Ab 2015 nehmen zivile Seenotretter ihre Arbeit auf. Ab 2018 werden jedoch sämtliche zivile Rettungs- und Suchaktionen staatlich behindert und teilweise ganz unterbunden.

Ende März 2019: Die EU stellt ihre EU Marine Mission Sophia vollständig ein. Es finden von dieser Seite her keine Rettungen mehr statt.

12. April 2019: Das Schiff Alan Kurdi der NGO Sea Eye befindet sich mit 63 Geflüchteten an Bord im Mittelmeer und darf nirgends anlegen.

13. Mai 2019: Claus Peter Reisch von Sea Eye wird als Kapitän von einem maltesischen Gericht zu 10.000 Euro Strafe verurteilt, da er unter nicht gültiger Lizenz ein Schiff im Mittelmeer gesteuert haben soll. Die Vorwürfe sind eigentlich haltlos, das Urteil ist politisch zu verstehen. Sea Eye legt Berufung ein.

20. Mai 2019: Krise auf der Sea Watch 3, das Schiff läuft mit Geflüchteten an Bord in Lampedusa mit Genehmigung der dortigen Behörde ein, obwohl Innenminister Salvini die Verlautbarung erlassen hat, dass KEINE Schiffe einlaufen dürfen.

Aktuell (21.05.19) sind alle Schiffe der privaten Seenotrettung stillgelegt, festgesetzt oder dürfen nicht auslaufen.